Glows Vorbilder Teil 3
Geschrieben von YammOK, wir hatten also das Gameplay, den coolen Typen und nun fehlt noch das Basisthema und die entsprechende Härte. Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass wir mit Glow versucht haben, angenehme Kindheitserinnerungen auf den Stand eines modernen 2D-Spiels für Erwachsene zu bringen. Spiele in der Kindheit und Jugend, das war bei mir so zwischen 1989 und 1994, also kurz nach dem Krieg.
Wenn es damals überhaupt ein Spiel auf dem PC gab, welches für echte Härte stand, welches Mütter erschreckt und Teens begeistert hat, dann war es Doom. Doom 1 hatte alles, was man sich damals wünschen konnte. Spannungsgeladene Action pur, eine super Steuerung, hervorragende Musik, grandiose Grafik und für viele einen Grund, sich einen (neuen) PC zu kaufen. Aber schaut vor dem Weiterlesen mal selber rein:
Was das nun mit Glow zu tun hat? Knackige Action, das an die Hölle angelehnte Szenario, die Statistiken am Ende des Levels und die Menüs (im Video nicht zu sehen).
10. Juli 2008 um 15:33
Doom ist ein Spiel von Leuten die zu oft „Evil Dead“ gesehen haben und die ein plakativ-kontroverses Szenario für ihre neue 3D-Engine brauchten (Nazis hatten sie ja schon in Wolfenstein 3D verwurstet). Im Zusammenspiel hat das natürlich glänzend gepasst, auch wenn ich damals etwas enttäuscht war, als ich anno ‚95 das Spiel zum ersten Mal live, anstatt nur auf winzigen Magazin-Screenshots gesehen habe: Huch, da sind ja nur Pixelklumpen, wenn die Monster näher kommen, oh, und 2D sind sie auch nur, und sehr dürftig animiert. Mhmmm. Und wow, sind das mehr oder weniger als 15fps. Und die Musik ist zu 50% geklaut und klingt auf den damaligen GM-fähigen Soundkarten auch schlecht.
Aber ich will den Klassiker nicht klein reden: Sicher ein technischer Meilenstein, atmosphärisch dicht, wegweisend in vielerlei Hinsicht („user-created content“) und DAS Hype-Spiel der frühen 1990er.
10. Juli 2008 um 23:08
es war kein hype-spiel, das ding hat ein besseres gameplay als viele aktuelle titel.
10. Juli 2008 um 23:09
die haben mit dem ding nur wegen der überragenden qualität des spiels millionen gescheffelt.
11. Juli 2008 um 06:31
Mich begeistert heute noch die Zugänglichkeit. In aktuellen Shootern quäle ich mich erst durch ein schlechtes Intro das sich zieht wie ein Kaugummi und mir die Handlung auch nicht plausibel erklärt und dann kommt ein noch schlechteres Tutorial welches mir alle gefühlten 1023 Funktionen der Steuerung, Waffen, Sondermodis und was weiß ich erklärt. Dann komme ich in Level 1 und scheitere gnadenlos, weil die Komplexität einfach zu überladen ist.
Doom starte ich, schalte mein Gehirn in den Standby-Modus und habe Spaß. Genau das macht sehr gute Spiele aus. Sie sind zugänglich, bieten Action, etwas Abwechslung und quälen mich nicht mit unnötigen Details.